Willkommen im Abenteuer!

Willkommen im Abenteuer!

Spot on ... Christl Glück PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Julius T   
Samstag, den 01. Oktober 2011 um 16:58 Uhr

Änderungsbedarf gibt´s immer!

Im 13er-Interview spricht die Gruppenleiterin Christl Glück über Pfadfinder-Traditionen, die den Glauben als ersten Schwerpunkt und ihre Zeit bei den Pfadfindern.

 

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Wie bist du zu den Pfadfindern gekommen?

Ich war bei der Jungschar hier im Haus. Damals hat es noch keine Mädchenpfadfinder gegeben. Irgendwann hat sich die Jungschar aufgelöst und zur 50-Jahrfeier der Gruppe 13 wurden die Mädchen mitbegründet. Da war es  klar für mich: Ich komm´ hierher. 

Was war so das tollste Erlebnis in all deinen Pfadfinderjahren?

(Lacht) Das tollste Erlebnis … Da gibt es eigentlich zwei. Die Jubiläumsfeste, als wir hier die 75-Jahrfeier gefeiert haben und das Fest 75 Jahre Pfadfinder in St. Georgen am Reith. 

Hat sich deine Wahrnehmung der Pfadfinder in all den Jahren geändert?

Ganz klar! Das eine ist, wenn du als Kind, als Jugendlicher das Programm genießt, einfach mitmachst und dabei Spaß hast. Als Leiterin hab ich zwar auch den Spaß, aber ich habe auch die Verantwortung, dass es allen gut geht und dass alles was wir planen auch reibungslos abläuft.

Welche Fähigkeiten kannst du ganz persönlich bei den Pfadfindern einbringen?

Auf jeden Fall meine Kreativität und ich denke mein Einfühlungsvermögen den Anderen gegenüber.

Fließen Fähigkeiten, die du dir bei den Pfadfinder angeeignet hast, in deinen Beruf ein?

Auf jeden Fall. Selbstständigkeit, im Team zu arbeiten und Eigenverantwortlichkeit.

Welche Themen oder Elemente könnte man bei den Pfadfindern ausbauen?

Änderungsbedarf gibt’s immer, sonst wären wir keine Bewegung, sondern ein stillstehender Verein. Das bringt die Zeit und im Moment fällt mir nicht ein was verändert werden sollte. Das Öffentlichkeitsbild der Pfadfinder sollte sehr verändert werden, sodass die Akzeptanz gegenüber den Pfadfinder grad in Wien stärker wird. Am Land heißt es: "Jo, des is alles kein Problem, kömma machen." In Wien ist das ein Hürdenlauf.

Muss man dafür Traditionen aufgeben?

Es gibt Traditionen und die Traditionen sollten wir beibehalten. Es ist ja schon einiges verändert worden. Als ich angefangen habe, sind wir durch die Straßen marschiert, mit Fahnen, Musik und Trommelzug. Das ist Geschichte und nicht mehr zeitgemäß. Allerdings sind die Kinder und die Eltern so auf uns aufmerksam geworden.

Welche Traditionen müssen wir unbedingt beibehalten, welche sind identitätsstiftend? 

Auf jeden Fall unser Versprechens-Halstuch, das ist etwas was Pfadfinder ausmacht. Dann die Tradition auf Lager zu fahren oder sich in der Natur frei zu bewegen. Mit dem Hut, darauf würd ich nicht verzichten wollen.

Soll man sich von zu Gunsten der öffentliche Wahrnehmung von Fahnengruß oder Wimpeln verabschieden? Traditionen, die in Augen von Außenstehenden oft antiquiert wirken. 

Beim Fahnengruß erklären wir den Kindern die Symbolik. Dass wir nicht eine Fahne grüßen, sondern dass wir die Pfadfinder auf der ganzen Welt grüßen und an sie denken. Die Wimpel werden bei den GuSp bei Wettkämpfen oder Bewerben verwendet. Sie sind ein Symbol der Zugehörigkeit, die Kinder identifizieren sich auch mit dem Tier.

Für die Pfadfinder ist das klar, für Außenstehende nicht immer. Wie gelingt dieser Spagat?

Der Spagat wird glaub ich nicht gelingen. Das gibt's jetzt schon so lange wie die Pfadfinder. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Leute unser Tun verstehen. Ich weiß nicht, wie das früher war, wie die Außenstehenden das damals gesehen haben, die Wimpeln und so…

Wodurch behalten diese Traditionen ihre Aktualität?

In dem wir sie leben! Ich weiß nicht ob es jetzt noch gemacht wird, aber auf das "Ruht, habt Acht!" [Zu Beginn des des Patrullenrufs, Anm.] kann man gerne verzichten. Das ist wirklich noch sehr vom Militär beeinflusst.

Welche Fähigkeiten kann man sich von einem Pfadfinder abschauen?

Hilfsbereitschaft, Eigenverantwortlichkeit und die Fähigkeit den Überblick zu behalten.

Was verstehst du unter dem Begriff "Pfadfinderehre"?

Ehrlichkeit, sich selbst und anderen gegenüber. Auch Treue sich selbst und anderen gegenüber. Und immer wieder kommt diese Verantwortung durch: Verantwortlichkeit sich selbst und den Anderen gegenüber. Das hat auch etwas mit Ritterlichkeit zu tun, wir haben ja auch den heiligen Georg als Schutzpatron.

Vor uns auf der Wand hängen ein Foto vom Gründer der Gruppe 13 Hans Dolesji, ein Foto vom Gruppenfeldmeister Bruder Florian, ein Kruzifix und unser großes Gruppenhalstuch. Was sagen uns diese Symbole?

Sie zeigen, dass unsere Gruppe eine alteingesessene Gruppe ist. Selbst das Halstuch hat sich mit der Zeit einmal geändert. Eine Zeit lang sollte man laut Landesverband Wien nur das Wiener Halstuch tragen. Das haben wir gemacht, sind dann aber auf unser 13er-Halstuch zurückgekommen. Das Kreuz in der Mitte zeigt, dass wir zu einer Zeit gegründet worden sind, in der die Leute noch sehr religiös waren, wo sie zum Katholizismus noch sehr ihren Bezug hatten. Außerdem sind wir einfach in der Pfarre beheimatet.

Im Alltag der Pfadfinder hat das aber keinen großen Stellenwert. Der erste Schwerpunkt "Leben aus dem Glauben" wird in der Praxis weniger gelebt als andere.

Es ist ein Zeichen der Zeit. Es gibt immer mehr Kinder ohne religiöses Bekenntnis. Das ist auch eine Entwicklung die durch die Eltern, die durch die Zeit begründet ist. Mittlerweile pochen wir nicht mehr auf den Katholizismus. Jeder sollte seine Religion, seine Spiritualität leben. Auch weil es weltweit Pfadfinder gibt.

Gehört der Glaube noch zu den acht Schwerpunkten?

Auf jeden Fall, denn es gibt Gott sei Dank noch immer Leute, die ihren Glauben leben. Selbst wenn wir die Kinder während eines Heimabends von einem Level herunterholen und sie zu sich selbst bringen. Es muss nicht mit einem Gebet sein, sondern dass sie einfach nur zur Ruhe kommen, auf sich selbst beziehen und ein bisschen nachdenken.

Hast du dir Ziele gesetzt als du als Gruppenleiterin angetreten bist? 

Ja. Als ich begonnen habe die Gruppe zu leiten, hab ich das Ziel gehabt, dass die Pfadfinderleiter ihre Ausbildung abschließen und dass die Gruppe so gut funktioniert, wie sie vor meiner Leitung funktioniert hat. Das letzet Mal hab´ ich mir zum Ziel gesetzt, dass wir mehr Wichtel haben. Das ist mir nicht geglückt, aber das kann ich nicht alleine entscheiden oder bewirken. Mir ist auch das Wohlergehen der ganzen Gruppe wichtig.

Gibt es weitere Ziele an denen man arbeiten muss? 

Von den Zielen, die ich mir gesetzt habe, nicht. Aber es gibt immer weniger Geburten. Wir müssen darauf Rücksicht nehmen, dass es immer weniger Kinder gibt. Wenn man sich so in der Politik umschaut, könnte auch die Ganztagsschule ein Problem werden, speziell für jüngere Pfadfinder. Das gibt mir schon sehr zu denken. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

 
 
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