Willkommen im Abenteuer!

Willkommen im Abenteuer!

Freilichtmuseum Carnuntum PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Julius T   
Dienstag, den 28. Juni 2011 um 23:02 Uhr

NÖ Landesausstellung 2011Auf den Spuren der Römer

6 n. Chr.: Es ist kalt, es ist Winter. Die Legion unter Feldherr Tiberius schlägt hier, an der Grenze zum germanischen Stammesgebiet der Markomannen, ihr Winterlager auf.

. Sie sollen das römische Imperium nach Norden hin ausdehnen, doch gekämpft wird nur im Sommer, die kalte Jahreszeit über sind die Legionäre im Lager stationiert.
Etwa vierzig Jahre später wird das Lager als Standlager Carnuntum an die Donau verlegt. Das Lager wächst zur canabae legionis, zur Lagerstadt der Legion. Obwohl es den römischen Legionären untersagt ist eine Familie zu gründen, sieht die Praxis anders aus. In der Umgebung siedeln sich die Frauen und Kinder der Soldaten an, es sind viele Einheimische unter den Legionärsfrauen. Eine Zivilstadt entsteht. Die günstige Lage an Bernsteinstraße und am Limes verhilft Carnuntum zu Aufstieg und Wachstum.
Im Jahr 106 nach Christus wird die Provinz Pannonien geteilt und Carnuntum die Hauptstadt Oberpannoniens. Zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung im dritten Jahrhundert beherbergt Carnuntum 50.000 Einwohner. Mit dem Abzug der Römer im fünften Jahrhundert verliert Carnuntum an Bedeutung und verfällt über die Jahrhunderte.
Die Jahre ziehen ins Land, der Zahn der Zeit nagt an den Gebäuden und Wehranlagen. Die einstmals stolzen Häuser stürzen ein und werden zum Lebensraum für Eidechsen und anderes Getier. Viele hundert Jahre später tragen Bauern die störenden Steine ab, um ihr Land bestellen zu können. Erst 1877 werden erste archäologische Untersuchungen angestellt, viele weitere sollten folgen.
Anno 2011 betreten die Pfadfinder den geschichtsträchtigen Boden. Die RaRo finden im Freilichtmuseum Petronell-Carnuntum zusammen, denn derzeit läuft die niederösterreichische Landesausstellung. Eine Museumsführerin zeigt uns zuerst ein originalgetreues Modell von Carnuntum zur Zeit der Römer. Zu sehen sind das Legionärslager, die Militärstadt, die Zivilstadt und der Tempelberg. Das Areal ist riesig. Zuerst besichtigen wir das Haus des Tuchhändler Lucius, das Haus ist vollständig wiederhergestellt. rekonstruiert aus Funden und Rückschlüssen. Wir sehen wie es eingerichtet war und erfahren was die römischen Bürger aßen und wie sie lebten. Weiter geht es zur Villa Urbana, eine beeindruckende Villa eines politisch ambitionierten "Vereinsvorstands". Zum Schluss besuchen wir die Therme. Der Eintritt von einem Hühnerei, den die Römer früher zahlen mussten, bleibt uns erspart. Es ist eine große Anlage, die mit heißer Luft beheizt wird. Wer will kann die Schuhe ausziehen. Ich tue es und verbrenne mir einen Fuß, ich bin wohl direkt über einem Luftzufluss gestanden. Es wird schnell warm und die RaRo verlassen den ehemaligen Hotspot der carnuntinischen Gesellschaft. Wobei Hotspot durchaus wörtlich zu verstehen ist. Ein Teil der Hauptstraße ist auch noch auf dem Gelände zu sehen. Und viele Ruinen. Es wurde nur ein Bruchteil der Zivilstadt rekonstruiert, die dafür aber gründlich.
Als Pfadfinder wären wir fast zur Kinderabenteuertour angemeldet worden. Dafür waren die RaRo aber doch zu alt. Schade eigentlich, dann hätten wir leckere Schokoladentaler bekommen. Aber das lässt sich bei einer Wanderung auf den Tempelberg sicher nachholen.
 
 
Copyright © 1999-2019 13er.at PFADFINDERGRUPPE 13 'ERDBERG' - RomeDesign - Alle Rechte vorbehalten - All Rights Reserved

13er.at is hosted by: corem SERVICE Wien

and powered by:  joomla.org Bullet joomlashack.com Bullet additional credits here